Gedenkfahrt Treuenbrietzen 2015

Der deutsch-italienische „Velo Club Avanti Berlin e.V.“ hat am 26.04.2015 anlässlich des 70. Jahrestages der schrecklichen Kriegsmassaker in/um Treuenbrietzen, u.a. an 127 italienischen Zwangsarbeitern, gedacht und sich im Rahmen einer Fahrrad-Gedenkfahrt von Berlin nach Treuenbrietzen der Veranstaltung der Stadt Treuenbrietzen, die zum 70. Jahrestag der Opfer aller drei Nationen stattfand, angeschlossen.

Zum Hintergrund: Ende April 1945 fanden in der Nähe des Brandenburger Städtchens Treuenbrietzen noch in den letzten Kriegstagen grauenvolle Massaker statt: 127 italienische Militärinternierte, die in Treuenbrietzen Zwangsarbeit verrichten mussten, wurden am 23. April 1945 in einer Kiesgrube bei Nichel/Treuenbrietzen von deutschen Soldaten erschossen. Wenige Zeit später führte die Ermordung eines sowjetischen Truppenführers durch deutsche Widerständler zur Erschießung einer großen Zahl von deutschen Zivilisten durch sowjetische Soldaten.

Das Gedenken fand zusammen mit Vertretern aller drei beteiligten Nationen an verschiedenen Orten in Treuenbrietzen statt. Den italienischen Opfern wurde mit einer Kranzniederlegung und kleinen Ansprachen an dem Gedenkstein an der Kiesgrube in Nichel gedacht. Dabei hat der letzte Überlebende dieses Massakers, der 91 jährige Antonio Ceseri, in sehr berührender Weise über seine schmerzlichen Erinnerungen berichtet, auch um das Gedenken an die tragischen Kriegsereignisse für nachfolgende Generationen wachzuhalten. Alle Vertreter – darunter der italienische Botschafter, Abgeordnete der ital. Partnergemeinde Treuenbrietzens (u.a. rd. 120 Schüler/innen), Angehörige der Opfer und der italienischen Community in Berlin sowie der russische Botschafter und der Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen – waren sich einig, das Gedenken wachzuhalten und für Versöhnung und Völkerverständigung zu nutzen. Dabei wurde das Engagement der Stadt Treuenbrietzen als beispielhaft bezeichnet. Der italienische Botschafter, Pietro Benassi, schloss das Gedenken mit dem Ausblick, dass angesichts der aktuellen Herausforderungen mehr und nicht weniger Europa gefordert sei.

Für unseren Verein, den Velo Club Avanti Berlin e. V., war es wichtig und eine Ehre, an der Gedenkveranstaltung teilgenommen zu haben. Wichtig, um neben unseren radsportlichen Ambitionen zu zeigen, dass wir die kriegerischen Verbrechen unserer Vergangenheit nicht vergessen, den Opfern gedenken und für eine friedvolles Zusammenleben aller Völker in Europa und weltweit stehen.

Start und Ende der rd. 160km langen Gedenkfahrt unseres Vereins, an der rd. 20 Personen (zum großen Teil mit Polizeieskorte) teilnahmen, war die italienische Botschaft in der Tiergartenstraße in Berlin.“

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